Auf nach Brandenburg
Ein neuer Tag, und wir hatten viel vor. Unser Ziel: Brandenburg an der Havel. Dort wollten wir uns mit der Familie treffen.
Also Anker hoch und Strecke machen. Anfangs fuhr ich noch verhalten, denn ich lernte die Mareike ja immer noch kennen. Wir passierten einen See nach dem anderen, und ich hatte nicht wirklich Zeit, die Natur zu genießen, zumindest nicht während der Fahrt. Heike und Pike dagegen schon. Wir kamen gut voran.
Ich legte fest: sechs bis acht Stunden Fahrt am Tag. Mit dem 5-PS-Motor schafft die Mareike ja nur sechs bis acht Kilometer pro Stunde, jedenfalls wenn man nicht die ganze Zeit Vollgas gibt. Und wer möchte schon stundenlang einen kreischenden Motor hören? Mit Halbgas ist es angenehm.
Unterwegs liefen wir Häfen an, um Proviant nachzukaufen. Die Mareike ist schließlich kein Kreuzfahrtschiff mit Kühlräumen, der Platz ist begrenzt. Ein anderes Mal warfen wir einfach auf einem See den Anker.
Auf der Strecke liegen auch ein paar Schleusen. Die Wartezeiten habe ich bewusst nicht mitgeschrieben, und auf die einzelnen Etappen gehe ich ebenfalls nicht ein, das würde zu weit führen. Es gab Tage mit weniger Fahrzeit und Tage mit mehr, und auch das Wetter hatte ein Wort mitzureden: Es ist eben nicht immer Sonnenschein, und bei Regen möchte niemand auf der ungeschützten Plicht sitzen. Es geht hier schließlich um unser Boot und nicht unbedingt um uns.
Eine Szene muss ich aber erzählen: In einem Hafen wurden wir einmal gefragt, ob das Boot nicht ein bisschen klein sei und wo wir denn schlafen. Meine Antwort: „Man muss sich schon richtig lieb haben, um damit klarzukommen.“
Sieben Tage brauchten wir von Plau am See bis nach Brandenburg. Das Ziel hatten wir auch gewählt, weil wir uns dort aus unseren Wohnwagenurlauben schon auskannten und es dort sehr schön ist. Mit dem Schlauchboot waren wir dort auch schon viel unterwegs. Wir kannten Supermärkte direkt am Wasser mit eigenem Anleger und wussten, wo wir Kraftstoff für den Motor und den Generator bekommen.
Die Strecke von Plau am See nach Brandenburg beträgt übrigens 260 Kilometer direkt auf dem Wasser, ohne Abstecher. Wir waren in diesen sieben Tagen also nicht nur unterwegs. Wir haben auch Pausen gemacht und das Leben genossen.